
Bereits im vergangenen Jahr erreichte den Historischen Verein Illingen eine Anfrage des Kneipp-Vereins Illingen, ob es möglich sei, einen Spaziergang auf den Spuren des historischen Illingens zu unternehmen. Am 8. April 2026 war es schließlich so weit.
Um 14.00 Uhr trafen sich im Vereinsraum an der Lehnschule zahlreiche Interessierte – nicht nur Mitglieder des Kneipp-Vereins –, um an diesem besonderen Rundgang teilzunehmen. Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Hans‑Jürgen Konopka, stellte den geplanten Weg durch die Gemeinde vor.
Die Route führte von der Schulstraße über die Goethestraße und die Poststraße in die Eisenbahnstraße und von dort weiter durch die Hauptstraße bis hin zur Gennweiler Straße.
Entlang des Weges wurde anschaulich erläutert, wo früher welche Häuser standen, welche Gastwirtschaften zum Verweilen einluden und wo eingekauft werden konnte. Mit Erstaunen stellten viele Teilnehmende fest, wie autark das Dorf einst war. Alles war vor Ort zu bekommen: vom Bäcker über Metzger, Schuhladen, Schuster und Ledergeschäft bis hin zu Schrauben, Nägeln, Kleidung oder – in späterer Zeit – Fernsehgeräten. Namen wie Radio Schneider, Immesberger, Kaisers Kaffeegeschäft, aber auch nahezu „Vollsortimenter“ wie Max Hornung oder der IX‑Markt warben um die Gunst der Kundschaft.
Ein besonderer Meilenstein für die Entwicklung Illingens war der erste Zug, der am 16. Mai 1897 Illingen über Wemmetsweiler mit Saarbrücken sowie mit Lebach verband und damit den Marktflecken weiter festigte.
Das kulturelle Leben prägten zahlreiche Gastwirtschaften mit Tanzsälen, zwei Kinos sowie – in noch früherer Zeit – eine Wirtschaft, in der Stummfilme mit Klavierbegleitung gezeigt wurden.
Zum Abschluss des Spaziergangs kamen die Teilnehmenden bei einer Tasse Kaffee am Burgweiher, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg Kerpen, zusammen. Dabei wurden Erinnerungen an vergangene Zeiten wieder lebendig oder sorgten für staunende Gesichter.







